Du fragst dich, wann bei dir oder deinem Kind erhöhte Alarmglocken bezüglich der Körpertemperatur schrillen sollten? Das korrekte Einordnen von Fieber ist entscheidend für die richtige Reaktion und Behandlung bei Krankheit.
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Körpertemperatur richtig einordnen: Die Normalwerte verstehen
Bevor du von Fieber sprichst, ist es wichtig, die verschiedenen Temperaturwerte im Kontext zu verstehen. Die Körpertemperatur eines gesunden Menschen schwankt im Tagesverlauf und ist zudem von der Messmethode abhängig. Generell gilt die Morgen- und Abendtemperatur als Indikator.
Was ist die normale Körpertemperatur?
Die als „normal“ empfundene Körpertemperatur liegt im Durchschnitt bei etwa 37 Grad Celsius. Dieser Wert ist jedoch nicht starr. Bei vielen Menschen kann die Körpertemperatur leicht variieren, ohne dass dies auf eine Erkrankung hindeutet. Faktoren wie Tageszeit, körperliche Aktivität, weiblicher Zyklus und sogar die Raumtemperatur können die Messwerte beeinflussen. So ist die Körpertemperatur am Morgen oft etwas niedriger als am Abend.
Messmethoden und ihre Auswirkungen auf die Werte
Die Art und Weise, wie du deine Temperatur misst, beeinflusst das Ergebnis maßgeblich. Verschiedene Messmethoden liefern leicht unterschiedliche Werte:
- Oral (im Mund): Hier sind Werte bis 37,5 Grad Celsius noch im normalen Bereich.
- Axillar (unter der Achsel): Diese Methode ist weniger präzise. Messungen unter der Achsel sind in der Regel um etwa 0,5 Grad Celsius niedriger als orale Messungen. Werte bis 37,2 Grad Celsius gelten hier als normal.
- Rektal (im After): Dies ist die genaueste Messmethode, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Rektale Messungen sind oft um etwa 0,5 Grad Celsius höher als orale Messungen. Bis 37,8 Grad Celsius gelten hier als normal.
- Im Ohr (tympanisch): Ohrthermometer messen die Infrarotstrahlung des Trommelfells. Die Werte können leicht variieren, aber bis 37,6 Grad Celsius sind meist unbedenklich.
- An der Stirn (temporal): Diese berührungslosen oder Stirnband-Thermometer sind praktisch, aber oft weniger genau als andere Methoden. Die Werte können variieren.
Für eine konsistente Überwachung ist es ratsam, immer dieselbe Messmethode zu verwenden.
Ab wann spricht man von Fieber? Die entscheidenden Grenzwerte
Die Definition von Fieber ist nicht immer absolut gleich, sie orientiert sich aber an eindeutigen Grenzwerten, die eine medizinische Reaktion erfordern. Diese Werte können je nach Alter und Messmethode leicht variieren.
Definition von Fieber bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen spricht man in der Regel ab einer Körpertemperatur von 38,0 Grad Celsius von Fieber. Dies gilt, wenn die Temperatur oral oder rektal gemessen wird. Bei Messungen unter der Achsel oder im Ohr können die Schwellenwerte leicht abweichen, aber 38,0 Grad Celsius ist ein guter Richtwert, ab dem du aufmerksam werden solltest.
Definition von Fieber bei Kindern und Säuglingen
Bei Kindern und insbesondere bei Säuglingen ist die Unterscheidung zwischen erhöhter Temperatur und Fieber noch kritischer. Die Grenzwerte sind hier etwas niedriger angesetzt, da die Körper von Kleinen schneller auf Infektionen reagieren und eine schnelle Erhöhung der Körpertemperatur gefährlich sein kann.
- Säuglinge unter 3 Monaten: Hier gilt bereits ab 38,0 Grad Celsius (rektal gemessen) Fieber. Bei Temperaturen über 38,5 Grad Celsius solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.
- Kinder von 3 bis 6 Monaten: Ab 38,5 Grad Celsius spricht man von Fieber.
- Kinder über 6 Monaten: Ab 38,5 Grad Celsius gilt Fieber.
Bei Kindern ist es besonders wichtig, die Messmethode zu berücksichtigen. Rektale Messungen sind hier die verlässlichste Methode.

Ab wann spricht man von starkem Fieber oder erhöhtem Fieber?
Neben der reinen Feststellung von Fieber gibt es weitere Abstufungen, die eine spezifische Aufmerksamkeit erfordern und ärztliche Absprache notwendig machen können.
Erhöhte Temperatur (Subfebrilität)
Zwischen der Normaltemperatur und dem Fieber liegt die sogenannte Subfebrilität. Dies ist eine leicht erhöhte Körpertemperatur, die meist noch keine alarmierende Reaktion erfordert, aber auf eine beginnende Infektion oder andere körperliche Prozesse hinweisen kann.
- Subfebrilität: Werte zwischen 37,5 und 38,0 Grad Celsius gelten als leicht erhöht. Hier ist es ratsam, die Temperatur im Auge zu behalten und auf weitere Symptome zu achten.
Fieber (Febris)
Wie bereits beschrieben, beginnt Fieber bei Erwachsenen ab 38,0 Grad Celsius und bei Kindern ab 38,5 Grad Celsius (je nach Alter und Messmethode). Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass der Körper gegen eine Infektion oder Entzündung ankämpft.
Starkes Fieber (Hohe Febris)
Werte, die deutlich über dem Fieber-Schwellenwert liegen, werden als starkes Fieber eingestuft und erfordern meist umgehend ärztliche Aufmerksamkeit:
- Starkes Fieber bei Erwachsenen: Temperaturen ab 39,0 bis 40,0 Grad Celsius.
- Starkes Fieber bei Kindern: Temperaturen ab 39,0 bis 40,0 Grad Celsius, wobei bei sehr jungen Kindern auch schon niedrigere Werte bedenklich sein können.
Sehr hohes Fieber (Hyperpyrexie)
Temperaturen, die 40,0 Grad Celsius überschreiten, sind als sehr hoch einzustufen und stellen eine potenziell gefährliche Situation dar. Hier ist umgehend medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
- Hyperpyrexie: Temperaturen über 40,0 Grad Celsius. Dies kann auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten und bedarf sofortiger ärztlicher Behandlung.
Fieber richtig messen: Praktische Tipps für zu Hause
Die präzise Messung der Körpertemperatur ist die Grundlage für die richtige Einordnung. Achte auf folgende Punkte, um verlässliche Ergebnisse zu erzielen:
Auswahl des richtigen Thermometers
Es gibt verschiedene Arten von Thermometern auf dem Markt. Für die zuverlässigste Messung, besonders bei Kindern, wird oft ein digitales Fieberthermometer empfohlen, das rektal oder oral verwendet werden kann. Infrarot-Ohr- oder Stirnthermometer sind zwar schneller und einfacher in der Anwendung, können aber bei falscher Anwendung oder Verschmutzung ungenau sein.
Der richtige Zeitpunkt und die richtige Vorbereitung
Miss die Temperatur nicht direkt nach körperlicher Anstrengung, einem heißen Bad oder dem Verzehr heißer/kalter Speisen und Getränke. Warte mindestens 30 Minuten, damit sich die Körpertemperatur normalisieren kann. Achte darauf, dass das Thermometer sauber ist. Bei oralen Messungen sollte der Mund geschlossen sein, und du solltest nicht atmen oder sprechen.
Dokumentation der Messwerte
Es ist hilfreich, die gemessenen Temperaturen mit Datum und Uhrzeit zu notieren. Dies erleichtert dem Arzt die Beurteilung des Krankheitsverlaufs. Besonders bei Kindern kann eine Fieberkurve wertvolle Informationen liefern.
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
Nicht jedes Fieber ist ein Grund zur Panik, aber es gibt Situationen, in denen ärztlicher Rat unerlässlich ist. Eine frühzeitige Konsultation kann ernste Verläufe verhindern.
Bei Babys und Kleinkindern
Besonders bei Säuglingen unter drei Monaten ist bei jeder Temperatur über 38,0 Grad Celsius (rektal gemessen) sofortige ärztliche Abklärung notwendig. Auch bei älteren Kindern ist Vorsicht geboten, wenn das Fieber hoch ist, schnell ansteigt oder von anderen besorgniserregenden Symptomen begleitet wird.
Bei Erwachsenen mit bestimmten Symptomen
Bei Erwachsenen solltest du einen Arzt aufsuchen, wenn das Fieber über 39,0 Grad Celsius liegt, länger als zwei bis drei Tage anhält oder wenn weitere Symptome wie starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Atembeschwerden, Hautausschlag, Verwirrtheit oder starke Bauchschmerzen auftreten.
Bei Fieberkrämpfen
Fieberkrämpfe sind bei kleinen Kindern zwar oft harmlos, aber sie können beängstigend sein. Bei einem Fieberkrampf ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, das Kind in die stabile Seitenlage zu bringen und umgehend einen Notarzt zu rufen.
Die Ursachen von Fieber: Eine kurze Übersicht
Fieber ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom, das auf eine Abwehrreaktion des Körpers hinweist. Die häufigsten Ursachen sind:
- Infektionen: Viren (z.B. Grippe, Erkältung, COVID-19), Bakterien (z.B. Lungenentzündung, Harnwegsinfektion), Pilze oder Parasiten.
- Entzündungen: Chronisch-entzündliche Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen.
- Nach Impfungen: Eine leichte, kurzzeitige Erhöhung der Körpertemperatur ist eine normale Reaktion des Immunsystems.
- Sonstige Ursachen: Überhitzung (Hitzschlag), bestimmte Medikamente, Tumore (seltener).
| Situation/Alter | Temperatur Bereich | Einordnung | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Erwachsene (oral/rektal) | Bis 37,9 °C | Normal bis leicht erhöht (Subfebril) | Beobachten, ggf. auf Symptome achten |
| Erwachsene (oral/rektal) | 38,0 °C – 38,9 °C | Fieber | Ausreichend trinken, Ruhe, ggf. fiebersenkende Mittel nach Absprache |
| Erwachsene (oral/rektal) | 39,0 °C – 39,9 °C | Starkes Fieber | Arzt konsultieren, fiebersenkende Maßnahmen ergreifen |
| Erwachsene (oral/rektal) | Ab 40,0 °C | Sehr hohes Fieber (Hyperpyrexie) | Sofortige ärztliche Hilfe |
| Säuglinge unter 3 Monaten (rektal) | Ab 38,0 °C | Fieber | Sofortige ärztliche Abklärung |
| Kinder 3 Monate – 6 Jahre (rektal) | 38,5 °C – 39,0 °C | Fieber | Flüssigkeitszufuhr, Beobachtung, ggf. Arzt konsultieren bei Begleitsymptomen |
| Kinder 3 Monate – 6 Jahre (rektal) | Ab 39,0 °C | Starkes Fieber | Arzt konsultieren, fiebersenkende Maßnahmen erwägen |
| Kinder über 6 Jahre (oral/rektal) | 38,5 °C – 39,0 °C | Fieber | Wie bei Erwachsenen |
| Kinder über 6 Jahre (oral/rektal) | Ab 39,0 °C | Starkes Fieber | Wie bei Erwachsenen |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Ab wann spricht man von Fieber? Körpertemperatur richtig einordnen
Wann ist die Körpertemperatur am höchsten?
Die Körpertemperatur ist in der Regel am späten Nachmittag und frühen Abend am höchsten. Morgens sind die Werte meist am niedrigsten. Diese natürlichen Schwankungen liegen meist im Bereich von etwa einem halben Grad Celsius.
Kann man auch ohne Krankheit Fieber haben?
Ja, in seltenen Fällen kann Fieber auch ohne eine offensichtliche Infektion auftreten. Dies kann zum Beispiel bei bestimmten entzündlichen Prozessen, nach Impfungen, durch Medikamentenreaktionen oder bei Überhitzung (Hitzschlag) der Fall sein. Eine ärztliche Abklärung ist dann wichtig, um die Ursache zu finden.
Wie kann ich Fieber bei meinem Kind am besten senken?
Bei Kindern sollten fiebersenkende Mittel nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Wichtiger ist es, für ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, das Kind leicht zu kleiden und für Ruhe zu sorgen. Kalte Wickel können ebenfalls zur Linderung beitragen, sollten aber nicht bei Schüttelfrost angewendet werden.
Ist Fieber immer schlecht?
Nein, Fieber ist in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass dein Körper aktiv gegen eine Infektion ankämpft und sein Immunsystem gut funktioniert. Es kann die Vermehrung von Viren und Bakterien erschweren. Erst sehr hohes oder lang anhaltendes Fieber stellt eine Gefahr dar.
Wie oft sollte ich Fieber messen?
Wenn du Fieber vermutest, ist es ratsam, die Temperatur mehrmals am Tag zu messen, um den Verlauf zu beobachten. Bei Kindern oder bei hohem Fieber kann eine engmaschigere Kontrolle sinnvoll sein. Die Intervalle hängen vom allgemeinen Zustand und dem Alter der Person ab.
Was bedeutet es, wenn die Temperatur nach dem Fiebersenken wieder steigt?
Das Wiederansteigen der Temperatur nach der Gabe von fiebersenkenden Mitteln ist normal. Die Medikamente wirken nur für eine begrenzte Zeit. Solange die Temperatur nicht gefährlich hoch wird und das Kind sich ansonsten gut fühlt, ist dies in der Regel kein Grund zur Sorge.
Welche Arten von Fieber gibt es?
Man unterscheidet Fieber nach der Höhe und dem Verlauf. Nach der Höhe spricht man von subfebriler Temperatur, Fieber, starkem Fieber und sehr hohem Fieber (Hyperpyrexie). Nach dem Verlauf kann man Dauerfieber, intermittierendes Fieber (starke Schwankungen) oder remittierendes Fieber (Schwankungen, aber nie Normaltemperatur) unterscheiden.